10 Typische Fehler beim Training !


Diesmal möchte ich exemplarisch zehn typische Fehler aufzeigen. Reflektieren Sie die einzelnen Punkte - nur wer sein eigenes Training immer wieder in Frage stellt und überdenkt, wird mit maximalem Erfolg und größtmöglicher Freude am Laufsport belohnt.

Falsches Tempo
Ein viel behandeltes Theina, aber nach wie vor aktuell. Viele laufen zu schnell, nicht nur Laufanfänger. Die alte Vorstellung, dass ausschließlich ein hartes Training den gewünschten Erfolg bringt, sitzt noch fest in vielen Köpfen. Die Stoppuhr kann ruhig einmal zuhause bleiben, denn nichts ist so wichtig wie die ruhigen Dauerläufe im Wohlfühltem po. Für den Anfänger und für den Fortgeschrittenen sind sie die Basis für ein flotteresTraining und sollten immer den weitaus größten Anteil am Jahresumfang ausmachen.

Überehrgeiz
Ausdauer bedeutet Geduld. Das kann ganz schön schwierig sein, wenn das Laufen gerade so viel Spaß macht. Man kann es nicht erwarten, wieder in die Laufschuhe zu schlüpfen, obwohl die Beine eigentlich gar nicht wollen. Eine akut auftretende Verletzung bedeutet dann ein plötzliches Aus und die große Enttäuschung. Dies betrifft den Laufneuling, dessen Bewegungsapparat sich erst
an die ungewohnte Belastung gewöhnen muss genauso wie den „alten Hasen" nach einer Pause oder einem Wintertraining mit anderen Trainingsmittel wie Schitourengehen oder Schilanglaufen. Man kann nicht nur mit dein Tempo übertreiben, sondern auch mit dein Trainingsuunfang: Wenn die nötigen Pausen für die Regeneration fehlen, trainiert man sich müde und der Erfolg bleibt aus. Daher gilt als Faustregel: Von einer Woche auf die andere das Pensum nicht mehr als zehn Prozent steigern. Dies gilt sowohl für den Kilometer- oder Zeitumfang wie auch für das Tempo

Gruppenzwang
Das Laufen mit Freunden oder in einem Lauftreff macht besonderen Spaß, meist kommt jedoch der eine oder andere zu kurz, weil die schnelleren Läufer sich nicht halten lassen, gleich zu Beginn ein forschesTernpo vorlegen und die gesamte Gruppe mitreißen. Dabei sind die lang
samen Läufer überfordert und verlieren den Spaß. Im kleinen Rahmen trifft dies auch auf Ehepaare zu, die gemeinsam trainieren. Naturgemäß haben Männer in der Regel bessere körperliche Voraussetzungen und tun sich um einiges leichter.Der geneinsame Lauf soll nicht zu einemWettrennen ausarten, sondern ein Gemeinschaftserlebnis werden, bei dein der langsamere Läufer das Tempo vorgibt.

Der Berg lockt zu früh
Eine mit kernigen Anstiegen versehenc Strecke mag zwar sehr reizvoll und abwechslungsreich sein, fordert aber oft einen hohen Anstrengungsgrad. Kupierte Laufstrecken verlangen eine gute Basis, die man sich besser im flachen Gelände holt. Zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt und richtig dosiert, sind kupierte Strecken und Bergstrecken ein ausgezeichnetes Mittel, die Kraft und einen höheren Anstrengungsgrad spielerisch zu trainieren. Sie sollten aber unbedingt mit flachen Strecken zur Erholung und für das Erhalten eines schönen Laufschrittes abgewechselt werden.

Zu langer Schritt
Ein möglichst langer Schritt stellt für viele immer noch das Ideal dar.Weit gefehlt, bewiesen doch die Asiatinnen mit ihren Trippelschritten, dass gerade mit dieser Lauftechnik Weltrekorde aufgestellt werden können. Prinzipiell kann das Lauftempo gesteigert werden, indem man bei gleicher Schrittfrequenz die Schrittlänge erhöht oder bei gleicher Schrittlänge das Tempo steigert. Neue Untersuchungen favorisieren die zweiteVariante der höheren Schrittfrequenz.Viele Läufer würden gleich um ein Stück schneller und müheloser laufen, wenn sie ihren Schritt verkürzen würden. Tipp: Immer wieder einmal im Gelände und auch querfeldein über Wurzeln und Hindernisse laufen, das fördert die Koordination und ökonomisiert die Schrittläuse.

Falsche Körperhaltung
Eine nach vor geneite und ans Sitzen erinnernde Körperhaltung beim Laufen ist nicht nur bei Laufanfängern, sondern mitunter auch bei erstaunlich leistungsfähigen Läufern zu beobachten. Anleitungen wie „Hüfte vorbringen", „Körperschwerpunkt hoch", „kein Hohlkreuz" bringen meist mehr Verwirrung als Erfolg. Es gibt einen ganz einfachen Trick, der Wunder wirkt: legen Sie beim Laufen einmal die Hand gegen Ihr Kinn und schieben Sie den Kopf leicht nach hinten (jedoch nicht nach oben). Denken Sie: der Kopf darf mich nicht überholen, er soll dein Körper nicht vorauseilen. Der liest erledigt sich nun von selbst: Man läuft aufrechter und leichter.

Verkrampfung
Die Stoppuhr läuft und das verbissene Gesicht zeigt an, dass es mit der neuen Bestzeit auf der Hausstrecke wieder mal nichts zu werden scheint. Die Bewegung ist eckig und verkrampft. Versuchen Sie einmal positiv zu denken, sich über das Laufen ganz einfach zu freuen und das Gesicht zu entspannen. Der Kopf steuert nämlich den Rest des Körpers und ein entspanntes Gesicht und unverkrampfte Hände lassen den gesamten Bewegungsablauf deutlich lockerer und runder werden. Und Sie laufen uni ein ganzes Stück schneller. Ein Trick, den man sich auch am Ende eines Marathons zunutze machen kann!

Freizeitstress
Locker bleiben sollten Sie auch in Ihrer Einstellung zum Laufen: es soll ein Hobby sein und Erholung und Ausgleich zum Alltag und zur Arbeit bringen, eine Bereicherung in Ihren Leben darstellen und nicht zu einem Stressfaktor mutieren. Sollte sich die geplante Trainingseinheit aus beruflichen Gründen einmal nicht ausgehen, so streichen Sie diese ruhig mit guten Gewissen. Wenn am Wochenende eine größere Familienfeier am Programm steht und dies Ihren langen Dauerlauf kostet, so hat die Familie Priorität. leer nächste Lauf macht dann doppelt Spaß und fällt vielleicht besonders leicht. Partnerschaften und sogar Familien sind schon daran zerbrochen, dass ein Partner sich allzu sehr auf den Sport fixiert hat. Zeigen Sie Verständnis für die Bedürfnisse Ihrer Familie - sie dankt es Ihnen vielleicht mit der Begleitung bei Ihrem ersten Marathon.

Es zählt nur das Laufen
Am Wochenende möchte die Familie eine gemeinsame Bergtour machen oder einen längeren Radausflug unternehmen. Warum nicht ab und zu das Lauftraining durch eine andere Art der Bewegung ersetzen? Das bringt Abwechslung und der ungewohnte Trainingsreiz ermöglicht oft auch einen Trainingsfortschritt. Für Anfänger genauso wie für leistungsorientierte Läufer gibt es die Möglichkeit eines Kreislauf-Trainings ohne weitere Belastung des Bewegungsapparates. Regelmäßiges Schwimmtraining oder Inline-SKating wirken besonders gelenkschonend.

Monotonie
Dieselbe Strecke, dieselbe Uhrzeit Lind dasselbe Tempo Manchen macht die Monotonie nichts aus, man denkt über den Tag nach und kann sich entspannen. Und man tut etwas für die Gesundheit. Die gleichbleibende Belastung bringt allerdings keine Leistungsverbesserung. Auf ein immer gleich ablaufendes Training reagiert der Körper nicht mehr er hat sich an die Belastung gewöhnt. Will min weiterkommen, muss man sich auch einmal eine andere, vielleicht anspruchsvollere Trainingsstrecke suchen, zur Abwechslung ein mittleres Lauftempo einschlagen oder sogar ab und zu einmal ein paar Sprints einlegen und richtig Gas geben Das macht dann richtig Spaß'.




 

56.Höhenstraßenlauf 2004